Pechkohle: stark inkohlte Hartbraunkohle mit einem Gehalt an Flüchtigen Bestandteilen von etwa 40% und einem Heizwert von 21.000 bis 23.000 kJ/kg. (siehe Braunkohle, Inkohlungsgrad)

 
Petrolkoks: Petrolkoks nennt man den beim Cracken von Mineralöl verbliebenen festen Rückstand. Er besitzt einen hohen Kohlenstoffgehalt. Neben der Verwendung als Brennstoff ist Petrolkoks Ausgangsmaterial für die Elektrodenherstellung.
 
Primärluft: Primärluft (auch Erstluft genannt) bewirkt in der Glut durch die Reaktion des in ihr enthaltenen Sauerstoffs die Verbrennung (Oxidation) des Brennstoffs. Für eine Verbrennung der aus dem Feststoff entweichenden flüchtigen brennbaren Bestandteile muß der Feuerung zusätzlich Sekundärluft (Siehe Sekundärluft) zugegeben werden.
 
Primärluftklappe: Primärluftklappe befindet sich bei den meisten Kesseln in der Ascheraumtür. Die Klappe wird entweder von einem Feuerungsregler (häufig auch Samson-Regler genannt, da Fa. Samson einen großen Marktanteil hat) oder einem Hubmagneten betätigt. Mit der Primärluftklappe wird die Zufuhr der Verbrennungsluft und damit auch die Kesselleistung geregelt.
 
Rauchgase: bei der Verbrennung von Brennstoffen entstehende Gase. In der Regel enthalten sie Schadstoffe. Die häufigsten sind Kohlenmonoxid, Stickoxid, Schwefeldioxid, Staub. Für diese Stoffe sind in der Verordnung für Großfeuerungsanlagen sowie in der TA-Luft sind Grenzwerte festgelegt.
 
Rauchgasent-
schwefelung:
durch die Verbrennung wird in Abhängigkeit vom Schwefelgehalt des eingesetzten Brennstoffs Schwefeldioxid (SO2) gebildet. Bei der Rauchgasentschwefelung wird zwischen Trocken- und Naßreinigung unterschieden: Bei der Trockenentschwefelung wird das SO2 im Rauchgas durch oberflächenaktive Stoffe (Aktivkohle) aufgenommen. Diese Stoffe werden entweder als Abfall deponiert oder dem Prozeß nach Regeneration wieder zugeführt. Das bei dieser Regeneration entstehende SO2-Reichgas kann zu Elementarschwefel oder Schwefelsäure weiterverarbeitet werden. Bei der Naßentschwefelung werden die Schwefelgase in Wäschern oder Blasenkolonnen durch Absorptionsflüssigkeit (Kalkmilch) ausgewaschen. Als Produkt fällt Gips oder Kalkschlamm an.
 
Retorte: wird auch als Verbrennungsmulde bezeichnet. Der Brennstoff wird durch eine Schnecke seitlich in diese Mulde geschoben. Durch in den Seitenwandungen angeordnete Lüftöffnungen gelangt Sauerstoff in die heiße Glut, sodass es zum Verbrennungsprozess unter großer Hitzeentwicklung kommt. Besonders bei Anthrazit besteht die Gefahr, dass sich durch zu hohe Gluttemperaturen Schlacken bilden, die einen automatischen Weiterbetrieb der Feuerung verhindern.
 
Reviere: Reviere sind in Deutschland die verschiedenen Fördergebiete. Steinkohle wird heute noch in den Revieren Ruhr, Saar und Ibbenbüren gefördert.
 
Rohrförder-
schnecke
Rohrförderschnecke dient bei Anthrazit-Anlagen zum Transport der Verbrennungsrückstände (Asche und unverbrannter Brennstoff). Sie besteht aus dem äußeren Rohr (Durchmesser je nach Kesselgröße zwischen 150 und 200 mm) und dem von einem Getriebemotor angetriebenen Innenrohr. Auf dem Innenrohr sind schraubenförmig Flanken (ca. 20 bis 40 mm hoch) aufgeschweißt, die durch ihre Drehung den Transport des Fördergutes bewirken. Die Förderleistung beträgt ca. 0,5 bis 1,0 t/h.
 
Rohrketten-
förderer:

Er besteht aus 2 parallel angeordneten Rohren, die als Fördertrum und als Leertrum bezeichnet werden. In dem Fördertrum befinden sich Öffnungen, durch die das Fördergut in das Rohr hineinfliessen kann. Es wird mittels an einer endlosen Kette befestigter Stauscheiben durch das Förderrohr gezogen. An einem Ende des Förderers befindet sich die motorisch angetriebene Antriebsstation, am anderen Ende die Umkehrstation. Mit den bei automatischen Kohlekesseln gebräuchlichen Kettenförderern können Höhenunterschiede bis zu ca. 5 m und Längen bis ca. 25 überwunden werden. Der Förderer ist sehr betriebssicher, aber auch entsprechend teuer. Bei Anthrazit-Anlagen werden überwiegend die preiswerten Wendelförderer eingesetzt.

 
Rohrwendel-
förderer:

Rohrwendelförderer werden neben dem Einsatz in der Landwirtschaft (Förderung von Getreide oder Futtermitteln) auch zum Transport von Anthrazit (Körnung bis max. 16 mm) eingesetzt. Das System besteht im Gegensatz zum Kettenförderer aus nur einem einzigen Rohr aus Edelstahl, in dem eine von einem elektr. Getriebemotor in Rotation gebrachte Wendel den Brennstoff fördert. Ein Förderer mit Rohrdurchmesser 90 mm transport ca. 2, 5 t/h Anthrazit Nuss 5. Die gestreckte Länge dieses System sollte 15 m nicht überschreiten. Richtungsänderungen (max. 2 Stück bis max. 60°) sind möglich. Ein Wendelförderer sollte nicht mehr als 3,5 m Höhenunterschied überbrücken. Bei längeren Förderwegen oder größeren Förderhöhen werden mehrere Wendelförderer in Reihe geschaltet. Als Schnittstelle dient ein Übergabebehälter, den der erste Förderer von oben befüllt und aus dem der nächste Förderer von unten das Fördergut aufnimmt.

 
Rostfeuerung:

Rostfeuerung ist die Sammelbezeichnung für verschiedene Feuerungsarten für den Einsatz von Festbrennstoffen (z.B. Unterschub-, Wanderrost-, Schüttelrost etc.)

 
Schichthöhen-
begrenzer:

eine in Füllschachtkesseln vorhandene Einrichtung, mit der man die aus dem Füllschacht in den Feuerraum einfliessende Brennstoffmenge regulieren kann. Sie ist erforderlich, um die Feuerung auf verschiedene Brennstoffe wie Anthrazit oder Koks bzw. verschiedene Körnungen z.B. Nuss 4, Nuss 5, Nuss 6 einzustellen.

 
Schlacke:

Schlacke ist in der Glut geschmolzene Asche, die nach dem Abkühlen zu einem harten Brocken erstarrt ist. Ibbenbüren-Anthrazit ist unter normalen Betriebsbedingungen in Einzelöfen, Klein- und Grosskesseln ein nicht backender Brennstoff. Die Entstehung von Schlackebrocken weist entweder auf eine Fehlbedienung, eine falsche Einstellung der Kesselsteuerung oder eine Überlastung der Feuerung hin.

 
Schlauch-
förderer:

Schlauchförderer wird überwiegend benutzt, um Anthrazit (max. Körnung Nuss 5) vom Lieferfahrzeug in das Brennstofflager zu füllen. Die Einfüllöffnung darf bis zu 3 m oberhalb der Strasse liegen. In dem Außenrohr (PE-Rohr mit Außendurchmesser 125 mm und ca. 6 m lang) fördert ein zu einer Wendel aufgewickelter Federstahl das Gut staub- und verlustfrei. Die Förderleistung beträgt ca. 20 t/h. Als Antrieb dient ein von der Fahrzeughydraulik im Standgasbetrieb angetriebener Hydraulikmotor.

 
Schmiedekohle:

Schmiedekohle ist die zum Schmieden notwendige Kohle. Es handelt sich vorwiegend um eine Eßkohle oder eine niederflüchtige Fettkohle der Körnung 4 mit einem geringen Backvermögen. Ibbenbüren-Anthrazit der Sorten Nuss 3 bis Nuss 5 wird auch gelegentlich zum Schmieden eingesetzt.

 
Schornstein-
fegermessung:
Bei der Schornsteinfegermessung an anthrazitbefeuerten Wärmerzeugern wird nur der Staubgehalt im Abgas ermittelt. Diese Messung ist durchzuführen:
1.) nach erstmaliger Inbetriebnahme bei Kesseln > 15 kW.
2) Wiederkehrend, wenn die Anlage mit einer automatischen Beschickung ausgerüstet ist oder die Nennwärmeleistung 50 kW übersteigt.
 
Schwefelgehalt:

Energierohstoffe wie Rohöl, Erdgas und Kohle enthalten Schwefelverbindungen, deren Gehalt durch Aufbereitungsmaßnahmen vermindert werden kann. Bei der Verbrennung wird ein Teil des Schwefels in den Rückständen gebunden. Der andere Teil ist als Schwefeldioxid in den Abgasen enthalten, die durch Rauchgasentschwefelung gereinigt werden können. Für Feuerungsanlagen bis 1000 kW Feuerungsleistung ist in Deutschland ein max. Schwefelgehalt im Brennstoff von 1 Gewichts-% zugelassen.

 
Schürung/
Schüren:

Schürung/Schüren ist das Enfernen der Asche aus dem Feuerraum. Bei Öfen und kleinen Kesseln erfolgt die Schürung von Hand mit z.B. einem Schürhaken. Bei größeren Kessel für Anthrazitfeuerung sind oft motorisch angetriebene Schürvorrichtungen vorhanden, die die bei der Verbrennung entstandene Asche automatisch aus dem Feuerraum entfernen.

 
Schüttdichte:

Schüttdichte (auch Schüttgewicht) gibt die Masse eines Kubikmeters aufgeschütteten Stoffes (einschließlich der Zwischenräume zwischen den einzelnen Körnern) an. Maßeinheit ist Tonne pro Kubikmeter (t/m³). Zum Vergleich: Ibbenbüren-Anthrazit: ca. 0,8 (Nuss 5) bis 0,85 (Nuss 1) t/m³, Ruhrkoks: 0,5 bis 0,6 t/m³.

 
Sekundärluft:

Sekundärluft gelangt durch entsprechende Öffnungen oder Düsen direkt in den Feuerraum, um in der heißen Zone durch Anreicherung der Rauchgase die in ihr enthaltenen brennbaren Bestandteile zu verbrennen. (Siehe auch Primärluft)

 
Staubfeuerung:

Staubfeuerung dient der Verbrennung von gemahlenen Festbrennstoffen. Die Kohle wird vor Eintritt in die Feuerung getrocknet und gemahlen und der Kohlenstaub mit einem Teil der Verbrennungsluft vor Eintritt in den Feuerraum vermischt. Staubfeuerungen befinden sich hauptsächlich in Grosskesseln von Kraftwerken und Drehrohröfen der Zementindustrie.

 
Steinkohlen-
arten
:

Unterteilung nach Gehalt an Flüchtigen Bestandteilen, bezogen auf die wasser- und aschefreie Kohle. Es wird in folgende Arten unterschieden (siehe Tabelle).

Kohlenart Flüchtige Bestandteile
in Gew.-%
vorrangige Verwendung
Flammkohle über 40 In Kraftwerken und als Beimischung zur Kokskohle in Kokerein
Gasflammkohle 33 bis 40
Gaskohle 28 bis 35
Fettkohle 18 bis 30 Als Kokskohle
Eßkohle 14 bis 20 Als Hausbrand und in Kraftwerken
Magerkohle 10 bis 14
Anthrazit unter 10

 

 
Steinkohlen-
einheit:
Steinkohleneinheit (SKE) dient der Umrechnung von Energieträgern auf eine vergleichbare Einheit. 1 kg SKE ist gleich 7.000 kcal bzw. 29.300 kJ, dem mittleren Heizwert eines Kilogramms Steinkohle. 1 kg Öl hat durchschnittlich einen Heizwert von 1,4 kg SKE.
 
Swelling-Index: Swelling-Index ist eine englische Bezeichnung für den Blähgrad einer Kohle. Es ist eine in England genormte, aber auch in vielen anderen Ländern bei der Klassifikation verwendete Methode zur Bestimmung des Backvermögens von Steinkohle.